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Tachographen-Kalibrierung: Was wird bei Prüfung und Kalibrierung kontrolliert?
Bei einer Tachographenprüfung werden Funktion, Messgenauigkeit, Sensoren, Reifengröße, Reifenumfang, Fahrzeugkennung, UTC-Zeit und Kalibrierparameter kontrolliert.
Bei einer Tachographen-Kalibrierung wird der Tachograph technisch auf das konkrete Fahrzeug abgestimmt. Eine vorgeschriebene §57b-Prüfung geht jedoch weiter: Sie kontrolliert je nach Gerätegeneration unter anderem Arbeitsweise, Messgenauigkeit, Fahrzeugparameter, Sensoren, Reifengröße, Plombierungen und Manipulationsfreiheit.
Welche Parameter werden bei digitalen Tachographen geprüft?
| Parameter | Bedeutung im Prüfprozess |
|---|---|
| w | Wegdrehzahl beziehungsweise Wegimpulszahl des Fahrzeugs |
| k | Gerätekonstante des Tachographen |
| L | Reifenumfang |
| Reifengröße | technische Reifendimension |
| UTC-Zeit | Zeitbasis des digitalen Tachographen |
| Fahrzeugkennzeichen | Kennung des zugelassenen Fahrzeugs |
| VIN | Fahrzeug-Identifizierungsnummer |
| Zulassungsstaat | Country Code des zulassenden Mitgliedstaats |
| Kilometerstand | aktueller Kilometerstand |
| Abregelgeschwindigkeit | soweit vorgeschrieben |
| Sensor-/GNSS-Daten | je nach Tachographengeneration relevante gekoppelte Komponenten |
| Plombierungen | Zustand, Kennung und vorgeschriebene Sicherung |
Was umfasst die Nachprüfung?
§ 57b StVZO verlangt, dass Einbau, Zustand, Messgenauigkeit und Arbeitsweise vorschriftsmäßig sind. Anlage XVIIIa konkretisiert den Ablauf.
Bei digitalen Tachographen der ersten Generation umfasst die Nachprüfung mindestens Kontrollen der ordnungsgemäßen Arbeitsweise, Datenspeicherung auf Karten, Fehlergrenzen, Prüfzeichen, Einbauschild, Plombierung, Reifengröße und tatsächlichem Reifenumfang. Außerdem wird auf Manipulationsgeräte geachtet.
Für digitale Tachographen der zweiten Generation verweist die StVZO auf die technischen Vorgaben der Durchführungsverordnung (EU) 2016/799.
Was passiert bei der Kalibrierung?
Sensor und Fahrzeugeinheit koppeln
Der Weg- beziehungsweise Geschwindigkeitssensor muss korrekt mit der Fahrzeugeinheit verbunden und zugeordnet sein. Bei Tachographen der zweiten Generation kommen zusätzliche Vorgaben für externe GNSS-Ausrüstung hinzu, sofern vorhanden.
Gerätekonstante an das Fahrzeug anpassen
Die Konstante k des Tachographen wird digital an die Wegimpulszahl w des Fahrzeugs angeglichen.
UTC-Zeit kontrollieren
Die im Tachographen geführte koordinierte Weltzeit wird überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Bei digitalen Tachographen löst eine Abweichung von mehr als 20 Minuten nach § 57b StVZO zusätzlich eine unverzügliche Nachprüfung aus.
Fahrzeugdaten aktualisieren oder bestätigen
Kennzeichen, VIN, Zulassungsstaat, Reifengröße, Reifenumfang und weitere Parameter werden aktualisiert oder bestätigt.
Warum Reifen für die Kalibrierung wichtig sind
Der Tachograph misst Strecke und Geschwindigkeit über fahrzeugbezogene Parameter. Ändert sich die Reifengröße und damit der wirksame Reifenumfang, kann sich die Beziehung zwischen Radbewegung und tatsächlich zurückgelegter Strecke verändern.
§ 57b StVZO nennt deshalb die Änderung des wirksamen Reifenumfangs infolge einer Änderung der Reifengröße ausdrücklich als Auslöser einer unverzüglichen Nachprüfung.
Was wird nach der Kalibrierung dokumentiert?
Die StVZO verlangt bei digitalen Tachographen nach der Kalibrierung einen Ausdruck der technischen Daten sowie den Download der Werkstattkartendaten. Der technische Ausdruck wird zusammen mit dem Prüfnachweis vom durchführenden Unternehmen für den vorgeschriebenen Zeitraum aufbewahrt.
Für den Fuhrpark sollte die interne Dokumentation mindestens enthalten:
- Datum der Prüfung,
- nächste reguläre Fälligkeit,
- Fahrzeug und Kennzeichen,
- Tachographenmodell beziehungsweise Generation,
- Anlass der Prüfung,
- Werkstatt beziehungsweise Prüfstelle,
- relevante technische Änderungen.
Welche Ereignisse lösen eine neue Nachprüfung aus?
Nach § 57b StVZO insbesondere:
- Reparatur der Fahrtenschreiberanlage,
- Änderung von Wegdrehzahl oder Wegimpulszahl,
- Änderung des wirksamen Reifenumfangs durch andere Reifengröße,
- Ersetzen einer vorgeschriebenen Plombierung,
- Ablauf von spätestens 24 Monaten,
- bei digitalen Tachographen UTC-Abweichung von mehr als 20 Minuten,
- Änderung des amtlichen Kennzeichens.
Damit ist die nächste Prüfung nicht nur ein Kalendertermin.
Vorbereitung im Fuhrpark
Vor dem Termin helfen:
- Fahrzeugschein und Fahrzeugdaten,
- letzte Prüf- und Einbaudokumentation,
- aktuelle Reifendimension,
- Umbauten und Reparaturen seit der letzten Prüfung,
- bekannte Fehlermeldungen,
- bekannte Tachographengeneration.
Umsetzung mit Wollnikom
Bei der Planung von Prüfung, Kalibrierung oder Nachrüstung rund um den digitalen Tachographen sollten Fahrzeugtyp, Tachographengeneration, Reifendimension und Anlass des Termins gemeinsam betrachtet werden.
Fazit
Eine Tachographen-Kalibrierung ist keine einfache „Nullstellung“. Sie verbindet Tachograph, Sensorik und reale Fahrzeugparameter. Die vorgeschriebene Nachprüfung kontrolliert zusätzlich Funktion, Messgenauigkeit, Plombierung und Fahrzeugdaten.
Quellen und rechtlicher Hinweis
Gerätespezifische Prüfabläufe und die jeweils aktuelle Rechtslage sind im Einzelfall zu prüfen. Rechtsstand und Quellen wurden zuletzt am 10. August 2026 geprüft.
Häufige Fragen zur Tachographen-Kalibrierung
Was bedeutet w beim Tachographen?
w bezeichnet die Wegdrehzahl beziehungsweise Wegimpulszahl des Fahrzeugs und wird für die Abstimmung des Tachographen auf das konkrete Fahrzeug benötigt.
Was bedeutet k?
k ist die Gerätekonstante des Tachographen. Bei der Kalibrierung wird sie an die fahrzeugbezogene Wegimpulszahl angepasst.
Wird die Reifengröße geprüft?
Ja. Bei digitalen Tachographen gehören Reifengröße und tatsächlicher beziehungsweise wirksamer Reifenumfang zu den relevanten Prüf- und Kalibrierparametern.
Wird auch das Kennzeichen gespeichert?
Ja. Bei der Kalibrierung werden unter anderem Fahrzeugkennzeichen, Fahrzeug-Identifizierungsnummer und zulassender Mitgliedstaat aktualisiert oder bestätigt.
Ist Kalibrierung dasselbe wie eine §57b-Prüfung?
Die Begriffe überschneiden sich im Werkstattalltag, sind aber nicht identisch. Die Nachprüfung umfasst mehrere Kontrollen; die Kalibrierung ist ein wesentlicher Bestandteil des vorgeschriebenen Prüfablaufs.
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